Du stehst vor der Entscheidung: Die Terrasse soll neu gestaltet werden. Vielleicht ist der alte Belag abgenutzt, oder du planst einfach eine großzügige Erweiterung deines Außenbereichs. Dann siehst du sie: die großen Platten. Genauer gesagt, die terrassenplatten 90×90 Zentimeter. Auf den ersten Blick wirken sie massiv und beeindruckend. Doch sofort tauchen Fragen auf, oder? Sind die wirklich praktisch? Wie verlege ich so riesige Brocken überhaupt? Und wie sehen sie auf meiner Terrasse aus? Keine Sorge, diese Unsicherheit kenne ich. Lass uns gemeinsam schauen, was diese großen Fliesen für dich bedeuten, welche Vorteile sie bringen und worauf du beim Verlegen achten musst, damit dein Traum von der modernen Terrasse Wirklichkeit wird.
Warum gerade terrassenplatten 90×90? Der Wow-Effekt und seine Vorteile
Die Wahl der Plattenformate hat einen großen Einfluss auf die Wirkung deiner Terrasse. Wenn du dich für die Größe 90×90 entscheidest, wählst du bewusst ein großformatiges Element. Das ist momentan sehr beliebt, und das aus gutem Grund. Stell dir vor, du hast eine große Fläche – vielleicht eine Dachterrasse oder eine ausgedehnte Gartenterrasse. Kleinere Platten wirken da schnell unruhig, fast wie ein Flickenteppich. Die großen 90×90 Platten hingegen erzeugen Ruhe und Eleganz. Sie lassen die Fläche größer erscheinen, weil die Anzahl der Fugen stark reduziert wird.
Weniger Fugen bedeuten weniger Pflegeaufwand. Das ist ein praktischer Punkt, der oft übersehen wird. Über die Zeit sammeln sich in den Fugen zwischen den Steinen Schmutz, Moos oder Unkraut. Weniger Fugen bedeutet also weniger Schrubben und weniger Ärger beim Unkrautjäten. Das ist ein echter Gewinn im Alltag.
Ein weiterer Vorteil beim großformatigen terrassenplatten verlegen ist die moderne Optik. Diese Platten passen perfekt zu einem minimalistischen oder zeitgenössischen Baustil. Sie harmonieren gut mit großen Glasflächen am Haus und schaffen einen fließenden Übergang zwischen drinnen und draußen. Wenn du eine sehr moderne Gestaltung anstrebst, sind 90×90 Platten oft die erste Wahl.
Materialkunde: Was steckt hinter den großen Platten?
Wenn wir über Platten dieser Größe sprechen, meinen wir meistens entweder Keramik (Feinsteinzeug) oder Betonplatten. Beide Materialien haben unterschiedliche Eigenschaften, die du kennen solltest, bevor du deine Entscheidung triffst. Ich erkläre dir kurz, was wichtig ist.
Feinsteinzeug im Format 90×90
Feinsteinzeug ist ein keramisches Material, das extrem dicht gebrannt wird. Das macht es fast unempfindlich gegen Wasseraufnahme. Das ist ideal für unser Klima. Es friert kaum Wasser in die Platte ein, was die Gefahr von Frostschäden minimiert. Außerdem ist es sehr hart, kratzfest und farbecht – Sonnenlicht bleicht sie kaum aus.
Wenn du dich für 90×90 keramikplatten für die terrasse entscheidest, musst du wissen, dass sie oft dünner sind als Betonplatten, aber trotzdem sehr tragfähig. Die Verlegung ist jedoch anspruchsvoller, weil der Unterbau absolut stabil sein muss, da die Platten weniger nachgeben können.
Betonplatten in Übergröße
Betonplatten sind oft etwas günstiger und oft auch dicker, was sie robuster gegenüber punktuellen Belastungen macht. Sie sind sehr widerstandsfähig. Allerdings können sie mit der Zeit etwas mehr Wasser aufnehmen als Feinsteinzeug, was bei manchen Oberflächen zu einer leichten Patina führen kann. Das mögen manche Hausbesitzer, andere sehen es als Fleck an. Hier kommt es auf deine Vorliebe an.
Die Herausforderung: Planung und Unterbau für Platten 90×90
Hier kommen wir zum wichtigsten Punkt, wenn du dich für diese Größe entscheidest: Der Unterbau. Bei kleineren Pflastersteinen oder Platten toleriert der Untergrund kleine Setzungen oder Unebenheiten oft besser. Bei großformatige terrassenplatten verlegen sind die Anforderungen aber viel höher. Eine 90×90 Platte ist schwer und starr. Wenn darunter etwas nachgibt, sieht man das sofort als unschöne Kante oder Absenkung.
VIDEO: Fliesen verlegen 10 grundlegende Tipps & Tricks | OBI
Die richtige Vorbereitung ist die halbe Miete
Du brauchst eine feste Basis. Das gilt immer, egal ob du die Platten verlegst oder betonierst. Der klassische Unterbau besteht aus mehreren Schichten, die du verdichten musst. Das Fundament muss frostsicher sein. Das bedeutet, du musst tief genug graben, um unter die Frostgrenze zu kommen, falls du nicht auf einer bestehenden Betonplatte arbeitest.
- Auskoffern: Entferne die Muttererde und das lockere Material. Die Tiefe hängt von der Dicke deiner Platten und der Bettung ab, rechne aber oft mit mindestens 30 bis 40 cm Gesamtaufbau.
- Tragschicht (Schotter/Kies): Hier kommt eine Schicht aus gebrochenem Material hinein (zum Beispiel Recycling-Schotter). Diese Schicht muss lagenweise eingebaut und sehr gut verdichtet werden. Eine Rüttelplatte ist hier dein bester Freund.
- Ausgleichsschicht (Splitt): Darauf kommt eine dünne Schicht Splitt, meist 3 bis 5 cm stark. Diese dient als Bettung für die eigentliche Platte.
Gerade beim Splitt musst du sehr präzise arbeiten. Da du kaum Fugen hast, die Unebenheiten ausgleichen, muss die Oberfläche, auf der die Platte liegt, nahezu perfekt eben sein. Wenn du Terrassenplatten 90×90 auf Splitt verlegen willst, achte darauf, dass du die Höhe mit Richtlatten oder Abziehschienen sehr genau abziehst. Lieber einmal mehr nachmessen!
Verlegearten: Gebettet oder geklebt?
Für Platten dieser Größe gibt es im Wesentlichen zwei Methoden, wie sie dauerhaft befestigt werden:
- Verlegung auf Splittbett (lose Verlegung): Dies ist die klassische Methode. Sie erlaubt eine gewisse Flexibilität und eine einfache spätere Korrektur. Wichtig: Bei 90×90 Platten solltest du nicht nur eine einfache Splittschicht nehmen, sondern oft eine Splitt-Sand-Mischung verwenden oder sogar ein wasserdurchlässiges Splitt-Zement-Gemisch, um die Stabilität zu erhöhen.
- Verklebung auf Betonplatte (gebundene Verlegung): Gerade bei Keramikplatten oder wenn du sichergehen willst, dass nichts absackt, klebst du die Platten auf eine feste Betonplatte. Hierbei brauchst du spezielle Drainagemörtel oder ein Drainagesystem unter dem Kleber, damit Wasser hinter der Platte gut abfließen kann und sich keine Staunässe bildet. Das ist oft die langlebigere Lösung, aber auch aufwendiger in der Herstellung des Unterbaus.
Die Praxis: Wie handle ich die schweren Platten?
Jetzt wird es körperlich. Eine einzelne Terrassenplatte 90×90 kann, je nach Material und Dicke, schnell 40 bis 60 Kilogramm wiegen. Das ist kein Gewicht, das man mal eben im Vorbeigehen hebt und ausrichtet. Du brauchst Hilfsmittel und idealerweise eine zweite Person.
Informative Quellen
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Erleichterung beim Verlegen
Vergiss den Versuch, die Platte einfach von Hand in Position zu schieben, wenn sie schon fast liegt. Das führt oft zu Kratzern auf der Oberfläche oder zu Verschiebungen im Unterbau.
Nutze unbedingt spezielle Werkzeuge:
- Saugheber: Diese Werkzeuge sind Gold wert. Sie saugen sich an der Plattenoberfläche fest und erlauben es dir, die Platte präzise abzulegen, ohne sie direkt anfassen zu müssen. Du kannst die Platte so besser in die finale Position manövrieren.
- Hebegurte oder Tragegurte: Wenn die Platte noch nicht liegt, helfen dir diese, das Gewicht gleichmäßig zu verteilen, wenn du sie vom Stapel zum Verlegeort trägst.
Wenn du die Platten in Position gebracht hast, rüttele nicht daran herum. Setze sie vorsichtig ab. Wenn du sie im Splittbett verlegst, bewege die Platte nur minimal, um sie auszurichten, anstatt sie groß zu verschieben.
Pflege und Langlebigkeit deiner 90×90 Fläche
Du hast viel Arbeit investiert, jetzt soll es auch lange schön aussehen. Die Pflege der großen Platten ist meist unkompliziert, aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, besonders im Hinblick auf die Fugen.
Wenn du dich für die Verfugung von großformatigen Terrassenplatten entscheidest, nutze am besten wasserdurchlässige Fugenmaterialien (z.B. Splitt- oder Harzgebundene Fugen). Bei Keramikplatten kannst du auch auf schmale, feste Fugen setzen, wenn der Unterbau vollständig gebunden ist. Bei lose verlegten Betonplatten ist eine schmale Fuge mit speziellem Pflasterfugenmörtel sinnvoll, um Unkrautwachstum zu verhindern.
Achte auf die Oberflächenstruktur. Hat deine Platte eine leicht raue oder strukturierte Oberfläche, ist sie rutschfest – das ist wichtig für die Sicherheit. Diese Struktur kann aber auch etwas mehr Schmutz festhalten. Regelmäßiges Kehren und gelegentliches Abspritzen mit einem Hochdruckreiniger (Achtung: Bei Keramik nicht mit zu hohem Druck und im flachen Winkel arbeiten, um die Oberfläche nicht zu beschädigen!) hält die Fläche sauber. Manche Hausbesitzer nutzen spezielle Steinreiniger, um Algenbildung im Schattenbereich vorzubeugen.
Häufig gestellte fragen
wie viel gefälle brauche ich bei 90×90 platten
Du brauchst immer ein leichtes Gefälle weg vom Haus, damit Wasser ablaufen kann. Empfohlen werden mindestens 1 bis 2 Prozent Gefälle. Das heißt auf einem Meter Länge sollte der Höhenunterschied 1 bis 2 Zentimeter betragen. Das ist wichtig, damit Wasser nicht zwischen den Platten oder an der Hauswand stehen bleibt.
sind 90×90 platten zu schwer für meinen balkon
Das ist eine sehr wichtige Frage, die du unbedingt vorab klären musst. Balkone haben oft eine viel geringere Tragfähigkeit als der Gartenboden. Informiere dich bei deinem Statiker oder der Hausverwaltung über die zulässige Flächenlast deines Balkons. Gerade bei der Verlegung auf Splitt, die viel Gewicht mitbringt, können die Gesamtlasten schnell zu hoch werden. Oftmals musst du auf Balkonen auf eine gebundene Bauweise mit dünneren Platten oder spezielle Unterkonstruktionen ausweichen.
wie vermeide ich unkraut zwischen den großen platten
Die beste Vermeidung ist eine schmale, feste Verfugung. Wenn du lose verlegst, hilft es, die Fugen sehr schmal zu halten (2-3 mm) und hochwertiges Fugenmaterial zu verwenden, das Wasser gut ableitet, aber nicht zu viel Erde einschließt. Regelmäßiges Fegen verhindert, dass sich organisches Material in den Fugen ansammelt, wo Unkrautsamen keimen könnten.











